Band in a Box

Lang, lang ist’s her…

Inzwischen sind schon mehr als 20 Jahre vergangen, dass in meinem Home-Studio die Software Band in a Box (BiaB) zum Einsatz kam. Damals benötigte ich ein Kompositions- und Arrangierwerkzeug für meine Musik, die ich zu Hause im stillen Kämmerlein allein erproben wollte. Da ich damals auch unter Anderem Musik unterrichtete, bekam ich in der Schule immer die neuesten Angebote von Schulmusikverlagen; dabei waren seit Mitte der 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts immer mehr Softwareangebote. Das Angebot der Firma PG Music aus den USA (Vertrieb durch eine  deutschen Verlag) interessierte mich aufgrund seiner Spezifikationen besonders: Eine DAW -Digital Audio Workstation – für den PC, mit der man Musik komponieren und arrangieren konnte.

Mein Hintergrund: von Hause aus Gitarrist und Bassist dilettiere ich relativ erfolgreich auch als Tasteninstrumentalist (etliche Jahre Kla4unterricht). Schlagzeug und Blasinstrumente beherrsche ich nicht. Allerdings hatte ich schon immer von meinen Kompositionen bestimmte Vorstellungen wie sie gespielt werden sollten: Häufig fehlten mir die notwendigen Musiker zum Ausprobieren, manchmal weigerten sich meine Mitmusiker, meine Stücke zu spielen…

Nach dem Kauf der Software war mein erstes Projekt ein reiner Testballon. Ich musste mich erst in die Software einarbeiten und machte den Anfangsfehler, möglichst viel auf einmal zu erreichen. Blick ins Tal war ein Swing mit einer Combo, bei der Orgel und Saxofon mitspielten. Bei diesem Stück habe ich nichts selbst gespielt, sondern lediglich die Harmoniefolge festgelegt, weil ich nämlich zunächst mit der Konfiguration des MIDI- und Audio-Setups unter (damals noch) Windows zu kämpfen hatte. MIDI und Audio unter Windows erfordert allerhand Wissen, dass ich mir damals erst anlesen musste. Ein intensives Studium folgte, das in der Produktion vieler Stücke mündete, die seinerzeit thematisch sortiert auf CDs gebrannt wurden.

Allerhand verrückte Stücke entstanden: Lotto ist so ein Beispiel, Kratzgeräusche oder ICQ.

Diverse Versionen von Kompositionen

Das Stück Le Métro existiert in (mindestens) zwei Varianten: die erste Version war als Modern Jazz ausgelegt. Hier kam als Besonderheit hinzu, dass ich das Stück mit einem zweitem Musiker, den ich persönlich gar nicht kannte, sondern nur über eine Internet-Plattform kennengelernt hatte, eingespielt habe; unser musikalisches Austauschformat war MIDI. Die zweite Version der Métro entstand fast 20 Jahre später, als ich entdeckte, dass noch einige Reparaturen an meinem nicht korrekten französischen Text vorgenommen werde müssten. Musikalisch reparierte ich dann gleichzeitig einige Dinge, die ich zuerst mit BiaB ausprobierte, um sie dann mit Bitwig umzusetzen.

Mit Henry Greenwood (dessen Realnamen ich bis heute nicht kenne) spielte ich zusammen das Stück I Wanna Be a Grand Prix Star ein. Bei diesem Stück habe ich neben dem Bass den Sythesizer mit den Bläsern gespielt, vielleicht noch ein wenig Hintergrund… – ich kann mich nicht mehr erinnern. Den Rest bzw. die Basis hat BiaB übernommen. Henry Greenwood hat den Part der Sologitarre beigesteuert. Und das fand schon alles Mitte der 90er Jahre statt!

Der Vorteil eines Werkzeugs wie BiaB besteht darin, dass man, ausgehend von einer kompositorischen Idee, unterschiedliche Realisationen miteinander vergleichen kann, ohne dabei eine Band oder ein Orchester zur Probe bemüht zu haben. Diese Idee finde ich sehr bestechend.

Lang lebe BiaB

Auch heute benutze ich Biab. Meine Beweggründe sind

  • Ich möchte schnell musikalische Ideen umsetzen
  • Ich brauche keine Band
  • Ich kann das Arrangement schnell ändern ohne die Band umzubesetzen
  • Ich kann den Stil des Stücks schnell ändern
  • Keiner meckert über die Komposition und/oder das Arrangement
  • Meine Mitmusiker können rasch meine Vorstellungen von einem Stück sehen und hören
  • Wenn ich meine musikalischen Entwürfe ins Netz stelle, stehen sie 24/Tag online zur Verfügung

 

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