Rotkäppchen und ihrem Wolf

Wieder einmal haben uns das Paar Thomas Zaufke und Peter Lund der Neuköllner Oper  eine wahre Geschichte erzählt: Die von Rotkäppchen und ihrem Wolf – die Hintergrundstory, die bei den Gebrüdern Grimm nicht vorkommt.

Lund und Zaufke sind ein bewährtes Team. 2007 konnten wir in DIE WELT lesen: “In Deutschland hat ein kleines Musical-Wunder stattgefunden. Mit dem Komponisten Thomas Zaufke und seinem (berühmteren) Texter Peter Lund spürt eine fast aussterbende Gattung wieder Odem in sich: Bissigkeit, Knackfrische und Mut. Wer die Berliner Opernkrise vergessen will, kommt um den Weg zur Neuköllner Oper im Problemkiez Karl-Marx-Straße nicht herum.”

Das stimmt wirklich! Knackfrische kann man bei diesem Musical wirklich nicht leugnen. Das Ensemble besteht aus jungen Studierenden der Universität der Künste Berlin, die sehr frisch und lebhaft die Szene in Beschlag nehmen. Klar, dass je nach Rolle manch einer der Akteure mehr in den Vordergrund gerückt wird. Aber insgesamt muss man dem Ensemble eine riesige Spielfreude und ungeheureres Talent und Darstellerkunst bescheinigen. Das Timing stimmt, es wird getanzt, dass die Sohlen qualmen – selbst Stepptanz wird angedeutet -, die Bühnenpräsenz der Darsteller ist enorm. Stimmlich sind einige der jungen Talente vielleicht noch entwickelbar.

Komponist Zaufke hat wieder einmal voll in die “Ach-ist-das-schön-Kiste” gegriffen. Seine Handschrift ist in der Musik deutlich erkennbar – es wäre auch merkwürdig, wenn es anders wäre. Es gibt nichts, das gegen den Strich gebürstet ist! Melodien gut (ein Song blieb noch stundenlang als Ohrwurm im Autor aktiv frown ). Lund hat hintergründige Texte dazu geschrieben, die das Publikum ziemlich häufig zum lauten Lachen animieren.

In der Vorstellung, die sich der Kritiker angesehen hat, war nicht der musikalische Leiter der Neuköllner Oper Hans-Peter Kirchberg Chef d’Orchestre, sondern Tobias Bartholmes dirigierte die engagierte Combo mit viel Verve.

Beitragsbild: Denis Apel

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