Manfred Krug

Nachruf auf Manfred Krug, Tina von Löhneysen, RBB

Erschüttert war ich, als ich dies in den Nachrichten hörte. Manfred Krug tot? Eigentlich nicht vorstellbar, wenn man an die Karriere dieses Mannes denkt. Der strotzte doch so vor Leben! Der war doch immer so stark! Oder doch nicht?

Mein erster Kontakt zu ihm war irgendwann in den frühen 70ern. Ein Freund war wieder mal in Ost-Berlin und hatte für den Rest des nicht vesoffenen Zwangsumtauschs Schallplatten von einem Manfred Krug mitgebracht. Den kannte ich bis dahin nicht. Tolle Musik, perfekt dargeboten… Mein Interesse war geweckt. Nun gab es damals noch nicht Google und Co, sodass ich durch einen Zufall auch auf seine Karriere als Schauspieler in der DDR stieß. Als natürlich Linker laugh war das DDR-Fernsehen nichts Außergewöhnliches für mich, sodass ich bald auf Manfred Krug stieß. Zum Beispiel in der Serie Daniel Druskat, die mich außerordentlich beeindruckt hat.

Ich hatte vor einigen Jahren Gelegenheit, Manfred Krug auf der Bühne im Admiralspalast live zu erleben. Es war außerordentlich: Krug erschien dort nicht als der große Star, weil er sich sehr zurückhielt; das hat mir imponiert. Nett war das Zusammenspiel mit der Sängerin Uschi Brüning und deren Ehemann Ernst-Ludwig Petrowski (dessen Auftritt man sich hätte sparen können).

Überzeugt war ich nicht immer von Krugs musikalischen Veröffentlichungen: mitunter waren die Texte ausgesprochen mager, wie z. B. in Danke für den Abend. Da heißt es:

Danke für den Abend und Danke für die süße Nahacht.
Ich hab' dich nach Haus' und du hast mir das Glühück gebrahacht.
Deine Augen fragen wie soll ich dir sagen,
was dich so verrückt gemahacht.
Ohne es zu wissen hast du mich beim Küssen
immer so höflich angelacht.

Was für ein Schwachsinn! Auch aus damaliger Sicht ist dieser Text schon damals im Westen NOGO!

Schon als ich Krug wie oben erwähnt auf der Bühne sah – es muss 2005 oder 2006 gewesen sein -, dachte ich, dass er schon für sein Alter sehr gebrechlich sei. Und in der Tat: aufgrund von Krankheiten erschien er in der Folge nicht mehr in der Öffentlichkeit. Anrührend daher das von ihm veröffentlichte letzte Portrait des rbb.

Manfred Krug und Uschi Brüning
 Lizenz des Beitragsbildes: By Blaues Sofa from Berlin, Deutschland (Manfred Krug im Gespräch mit Luzia Braun) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

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